Steyr 100, Foto 1987 anläßlich einer Glocknerüberquerung für den Brucker Briefmarkensammlerverein
Foto 1987 anlässlich einer Glocknerüberquerung für den Brucker Briefmarkensammlerverein

Erstüberquerung - 24 Stunden nach der Fertigstellung der Straße!
Erstüberquerung - 24 Stunden nach der Fertigstellung der Straße!

Weitere Fotos von der Erstfahrt:

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Vor der Abfahrt

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Von Arbeitern umjubelt

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24 Stunden nach der Fertigstellung!

Mein Erbstück:

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Vor dem Portal der Steyr-Werke

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Im Max-Reisch Museum in Innsbruck


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Im Privatmuseum von Kurt Seidler in Oeynhausen
Der Steyr 100er in guter Gesellschaft!


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In der Automobilausstellung auf der Franz Josefs Höhe am Großglockner

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1. Überquerung des Tauernmassivs (Großglockner Hochalpenstraße) am 22.9.1934

Durch Erbschaft bin ich in den Besitz eines Original-Nachbaues jenes Steyr 100er (siehe Foto) gekommen, welcher als Einzelstück damals von den Steyr-Werken in besonderer Leichtbauweise gefertigt wurde.

Für mich stellt dieses Fahrzeug keinen Wert dar, da ich es aber als Lebenswerk meines Vaters Irimbert Patscheider betrachte, habe  ich es nicht verkauft, sondern als Leihgabe einem Museum zur Verfügung gestellt.

Geschichte:

Als die Steyr-Werke 1934 den Steyr 100er als ersten serienmäßig erzeugten Stromlinienwagen der Welt herausbrachten, konnte niemand ahnen, dass mit diesem Fahrzeug zwei automobilistische Großtaten vollbracht werden sollten. Die eine ist die wahrscheinlich erste  Weltreise in einem Automobil ausgeführt von Dr. Max Reisch, die andere ist die erste Überquerung der damals noch im Bau befindlichen Großglockner Hochalpenstraße.

Am Tage vor der feierlichen Eröffnung der Nordrampe der Großglocknerstraße unternahm der Landeshauptmann von Salzburg, Dr. Rehrl, in Begleitung des Bauleiters, Oberbaurat Wallack und Ing. Kammergruber von den Steyr-Werken, eine Fahrt über die noch im Bau befindliche Scheitelstrecke der hochalpinen Straße.

Als Fahrzeuge wurde von den Steyr-Werken ein Steyr-100er-Chassis mit in spezieller Leichtbauweise (Holz!) gefertigten Karosserieteilen zur Verfügung gestellt.  

Beladen mit 20.000 Zigaretten für die Arbeiter, führte die Fahrt von Zell am See über Ferleiten, Hochmoos und Fuschertörl über die im Bau befindliche Strecke zur Fuscherlacke und durch den Mitteltortunnel und den Hochtortunnel an die Landesgrenze von Salzburg und Kärnten. Vom Hochtor erfolgte die Abfahrt bis Guttal, wo die bereits fertig gestellte Südrampe erreicht wurde, und die Weiterfahrt bis Heiligenblut erfolgt. Damit war die erste Überquerung unter zum Teil abenteuerlichen Bedingungen, manche Straßenstücke waren erst 24 Stunden vorher aus den Felsen gesprengt worden, gelungen.

Konnex zum Reisch-Auto:

Der Wagen ging nach der erfolgreichen Glocknerüberquerung zurück an die Steyr-Werke und diese hatten zuerst keine rechte Verwendung für das Auto und wussten damit nichts anzufangen. Als Dr. Max Reisch an die Steyr-Werke mit dem Ersuchen um ein Auto für seine Weltumrundung herangetreten ist, erinnerte man sich an dieses Fahrzeug und stellte es Dr. Max. Reisch zur Verfügung.

Für Dr. Max Reisch war dieser Wagen ein Glücksfall, da er eigentlich nur aus einem Fahrgestell mit Motorhaube und einigen Zusatzteilen bestand. Deshalb war es für Dr. Max Reisch ein leichtes den Wagen umzurüsten und die für sein Unternehmen geeigneten Aufbauten zu montieren.

Nach der erfolgreichen Weltreise ging der Wagen nach Wien ins Technische Museum und später in den Besitz der Fam. Reisch über.

Anscheinend wurden in späteren Jahren von den Steyr-Werken zu Promotionzwecken noch einige Kopien des Glocknerwagens hergestellt, eine zum Beispiel zum 25-jährigen Jubiläum der Erstbefahrung der Großglockner Hochalpenstraße.

Dieses Auto:

Irgendwann, so um 1970, erstand mein Vater einen alten, nicht mehr fahrbereiten Steyr 100 in einer Lieferwagenausführung. Nach der Entfernung der hinderlichen Karosserie wurde in jahrelanger mühevoller Kleinarbeit, nach den Plänen der Steyr-Werke, das Fahrzeug soweit wie möglich originalgetreu in der Glocknerausführung wieder hergestellt. Alle Arbeiten hat mein Vater selbst durchgeführt. Ich selbst habe als damals 14jähriger mehrere Kilo Rost vom Fahrgestell dieses Fahrzeugs abgekratzt.

Meinem Vater war dabei die möglichste Originaltreu oberstes Gebot. Seine Liebe zur Originaltreue ging so ins Detail, dass er das Fahrzeug auch mit dem gleichen Zulassungskennzeichen anmeldete. Nicht möglich war allerdings der Beginn des Kennzeichens mit "C", das hat er aber ganz einfach damit überbrückt, dass der aus dem "O" mit Hilfe eines schwarzen Klebebandes ein "C" machte.

Grenzen wurden ihm allerdings von der Zulassungsbehörde gesetzt, wo man ihm entgegen den Originalplänen eine fix monierte Windschutzscheibe vorschrieb.

Mein Vater hat mit dem Fahrzeug bei verschiedenen Veteranenrallyes  teilgenommen und ist zuletzt 1987 damit anlässlich eines Jubiläums (100. Geburtstag von Ing. Wallack?) für den Brucker Briefmarkenverein wieder über den Großglockner gefahren.

Durch den Tod meines Vaters im Jahre 1995 gelangte der Steyrer 100erter durch Erbschaft in meinen Besitz.

In der Folge stand das Fahrzeug im ehemaligen Haus meines Vaters in der Nähe von Christkindl und rostete vor sich hin. Am 28.5.2003 habe ich das Fahrzeug als Leihgabe dem Max-Reisch Museum in Innsbruck im Gebäude des Riesenrundgemäldes zur Verfügung gestellt. Dank Hrn. Christoph Schlenck wurde das Fahrzeug wieder restauriert und fahrbereit gemacht.

Leider musste die Max Reisch Ausstellung in der Rotunde in Innsbruck schließen, da das Gebäude neu gebaut werden sollte. Alle Exponate sind an die Familie Reisch zurückgegangen, der Steyr 100er natürlich an mich.

Am 17.11.2008 wurde das Auto (Dank der Bemühungen von Hrn. Christoph Schlenck) ins Privatmuseum von Hrn. Kurt Seidler nach Oeynhausen (Traiskirchen NÖ) überstellt.

Im Juni 2010 übersiedelte das Auto ins Fahrzeugmuseum von Hrn. Helmut Vötter nach Kaprun im Pinzgau.

Hr. Helmut Vötter stellte das Fahrzeug am 7.7.2011 für die Automobilausstellung auf der Franz Josefs Höhe am Großglockner zur Verfügung, wo es momentan in einem würdigen Rahmen ausgestellt ist.

Kontakt:

Patscheider Wolfgang

Tel: 0043/7252/73696
H
andy: 0043/676/5751037

E-Mail: patscheider@gmx.at

 

 

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